Faszientraining – Cellulite-Killer
oder nur ein leeres Versprechen?

Cellulite Orangenhaut Faszientherapie

Immer wieder wird es als Wunderwaffe gegen Cellulite beworben:
das Faszientraining.
Es soll ein Garant dafür sein um die ärgerlichen Dellen (meist) an Oberschenkel oder Po loszuwerden. Um ihre Aussage zu betonen, zeigen die Werbenden oft Bilder von Frauen mit perfekt gebräunter, glatter und straffer Haut.

Das überzeugt viele Betroffene, sie vertrauen auf das Training des Bindegewebes, um endlich von der Cellulite erlöst zu werden. Die Frage ist, ob es wirklich funktioniert oder ob es nur ein leeres Versprechen der „Faszienindustrie“ ist, um uns Geld aus der Tasche zu locken.

Die Anbieter von Faszienrollen versprechen oft ein intensives Ganzkörpertraining, das den Körper verjüngt, strafft und ihn beweglicher macht. Obwohl es zahlreiche positive Beispiele von Anwendern gibt, ist die die positive Wirkung wissenschaftlich bislang nicht belegt worden.

Was sind Faszien und wie wirkt das Faszientraining?

Die Zusammensetzung der Faszien hängt von der Körperregion und deren Funktion ab. Faszien umfassen die gesamten Weichteilkomponenten des Bindegewebes, die Sehnen, Bänder, Hüllen der Organe sowie Gelenkkapseln. Grundsätzlich produzieren Zellen, sogenannte Fibroblasten, welche in den Faszien verteilt sind, die Strukturproteine.

Faszien können von äußerlichen Einflüssen wie zu wenig Bewegung und Stress beeinflusst werden. So kann sich die Zusammensetzung der Hauptbestandteile der Faszien in bestimmten Bereichen verändern. Das kann zu Verspannungsgefühlen und einer eingeschränkten Mobilität führen.

Durch ein gezieltes Faszientraining können Faszien gedehnt oder massiert werden. Während der Massage, beispielsweise mit einer Faszienrolle, wird das Wasser aus dem Bindegewebe herausgepresst. Anschließend saugt sich das Bindegewebe wieder voll – ähnlich wie bei einem Schwamm. Dadurch werden die im Bindegewebe enthaltenen Zellen stimuliert und mit neuen Nährstoffen versorgt.

Was ist Cellulite und wie entsteht sie?

Unter Cellulite (übrigens etwas anderes als Zellulitis, was häufig synonym verwendet wird) versteht man die biologische Veränderung des Fettgewebes. Cellulite tritt meist bei Frauen auf und äußert sich in Form von Dellen und Beulen, vor allem an Po und Oberschenkeln.

Wenn wir von Bindegewebe im Zusammenhang mit Cellulite sprechen, liegt unser Fokus auf den oberflächlichen Faszien (fascia superficalis), die sich im Unterhautgewebe befinden. Sie vermischen sich mit der Lederhaut und speichern Fett und Wasser. Das Bindegewebe bei der Frau ist elastischer als beim Mann und unterscheidet sich wesentlich im Aufbau.

Aufbau der Haut

Aufbau der Haut

Während die steifen Kollagenfasern beim Mann für eine scherenförmige Struktur sorgen, verlaufen die Fasern bei der Frau parallel. Diese Struktur sorgt übrigens auch während einer Schwangerschaft für die Einlagerung zusätzlicher Fettreserven.

Darüber hinaus werden Fettreserven bei Frauen meist unter der Haut, an Po und Oberschenkeln eingelagert, wohingegen beim Mann Fettreserven im Bauchraum gespeichert werden.

Werden in diesen Körperregionen zusätzlich Kollagenfasern abgebaut, können sich die eingelagerten Fettzellen ausdehnen und auf die Oberhaut drücken. Dieser Vorgang äußert sich in Beulen und Dellen an Oberschenkeln und Po.

Neben dem weiblichen Sexualhormon Östrogen, das nachweislich dafür verantwortlich ist, je nach Zyklus der Frau, Enzyme für den Abbau von Kollagenfasern freizusetzen, gibt es weitere Ursachen, die zu Cellulite führen können.

Viele Frauen leiden bereits aufgrund einer genetischen Veranlagung an zu schwachem Bindegewebe. Das bedeutet, dass der Anteil an Kollagenfasern in den oberflächlichen Faszien bereits von Geburt an gering ist und die Fettzellen einen großen Spielraum haben, um sich auszudehnen.

Darüber hinaus erhöhen eine falsche Ernährung und Bewegungsmangel die Fettreserven, wodurch die Depots noch mehr Raum benötigen und sich weiter ausbreiten.

Kann das Faszientraining gegen Cellulite helfen?

Ein gezieltes Faszientraining kann die Zellen im Bindegewebe stimulieren und die Produktion von Kollagenfasern beeinflussen. Durch schnelle, ruckartige Bewegungen mit der Faszienrolle werden die sogenannten Fibroblasten zu einer höheren Kollagenproduktion angeregt. Die Stärkung der Kollagenfasern hat eine größere Robustheit des Bindegewebes zur Folge. Somit kann Faszientraining gegen Cellulite grundsätzlich helfen.

Das bedeutet also, wenn Sie beim Faszientraining das Ziel haben, Cellulite zu bekämpfen, sollten Sie die Bewegungen mit der Faszienrolle an den betroffenen Stellen schneller ausführen als im Normalfall. Eine Anleitung und eine Übersicht über verschiedene Übungen mit der Faszienrolle finden Sie z.B. hier.

Wichtig bei der „Bekämpfung“ von Cellulite mit der Faszienrolle ist, dass Sie das Training regelmäßig durchführen – nur dann ist eine positive Entwicklung zu erwarten. Das Bindegewebe verändert sich in seiner Struktur nur sehr langsam und daher dauert es nach Aussage von Robert Schleip 200 bis 300 Tage, bis sich das Bindegewebe nachhaltig verändert hat (Quelle).

Faszientraining ist also kein Allheilmittel gegen Cellulite, kann aber bei kontinuierlichem Training das Bindegewebe straffen und somit den Fettzellen in der Haut weniger Raum ermöglichen, was Cellulite verringern kann.

Darüber hinaus wird ein reines Faszientraining allein nicht die gewünschte Verbesserung bewirken können. Eine gesunde Ernährung und genügend Bewegung sind weitere wesentliche Komponenten um nachhaltig Cellulite zu bekämpfen. Dazu können Sie an dieser Stelle noch mehr lesen.


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Frau macht Handstand am Strand


Quellen:
www.gesundmed.de/ krankheiten/cellulite/
www.focus.de/gesundheit/gesundleben/donna/45756876-faszientraining_id_4777771.html
www.gymondo.de/ magazin/zu-hause-trainieren/fitness-tipps-trends/faszientraining
Dr. Robert Schleip: Faszien-Fitness, 2014

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